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Entkoffeinierter Kaffee – Kann das noch gesund sein?

Espresso auf schwarzen Hintergrund

Für viele ist Kaffee der Kickstarter, um am Morgen erst einmal klar zu kommen. Für uns earlybirds definitiv auch. Genau aus diesem Grund verdutzt viele die Bezeichnung „entkoffeinierter Kaffee“. Es handelt sich um eine Art Überbleibsel aus der Zeit eurer Großeltern, das sich mittlerweile jedoch wieder großer Beliebtheit erfreut.

Wenn du direkt auf der Suche nach einem koffeinfreien Kaffee bist, der dennoch kräftig und würzig ist, dann empfehlen wir dir unseren entkoffeinierten  Kaffee. Klicke einfach auf das Bild und du landest direkt bei unserem leckeren earlybird Entkoffeiniert. :) 

entkoffeinierter Kaffee

Inhaltsverzeichnis

Vergesst getrost den koffeinfreien Instantkaffee im Glas aus früheren Zeiten! Entkoffeinierter Kaffee steht in Geschmack und Aroma dem herkömmlichen Kaffee mit Koffein in nichts mehr nach. Einziger Unterschied: die aufputschende Wirkung bleibt aus. Für alle Kaffeetrinker:innen, die bewusst auf diese anregende Wirkung verzichten möchten, nicht aber auf den täglichen Kaffeegenuss, ist entkoffeinierter Kaffee daher eine tolle Alternative.

In diesem Artikel erfahrt ihr das Wichtigste zu folgenden Fragen:

  • Was hat es genau mit entkoffeinierten Kaffee auf sich?
  • Wie wird Kaffee ohne Koffein hergestellt?
  • Ist entkoffeinierter Kaffee gesund?

Was ist entkoffeinierter Kaffee?

Der Name entkoffeinierter Kaffee ist eigentlich schon relativ selbst erklärend - Kaffee ohne Koffein. Hast du gewusst, dass in koffeinfreien Kaffee jedoch immer noch kleine Mengen Koffein enthalten sein können? Um sich koffeinfrei nennen zu dürfen, kann der Kaffee bis zu 0,1% Koffein enthalten (im Vergleich dazu: eine Tasse bzw. 150ml Filterkaffee enthält etwa 80mg Koffein). Wir sprechen hier also von minimalen Konzentrationen.

Unter den Kaffeebohnen eignet sich die Arabica-Bohne am besten, da sie von Natur aus schon nicht so viel Koffein hat. Über die Jahre haben sich vor allem Qualität und Geschmack von entkoffeiniertem Kaffee enorm verbessert, so dass dieser heute locker mit normalen Kaffee mithalten kann.

Auch wir haben lange an einem entkoffeinierten Kaffee getüftelt, bis wir mit dem Ergebnis voll und ganz zufrieden waren. Herausgekommen ist der earlybird Entkoffeiniert als ganze Bohnen oder in der gemahlenen Variante: ein spannender und kräftiger Allrounder für alle Kaffee-Getränke. Wie all unsere earlybird Kaffees ist auch unser entkoffeinierter Kaffee bio, fair und klimaneutral.

entkoffenierter kaffee in tasse

Die Entstehung des entkoffeinierten Kaffees

Man schrieb das Jahr 1903, als niemand Geringeres als Ludwig Roselius, der Gründer von Kaffee Hag aus Bremen, zum ersten Mal entkoffeinierten Kaffee herstellte. Hinter dieser Erfindung steht, wie bei vielen anderen Erfindungen auch, ein Familiendrama. Ludwig Roselius‘ Vater verstarb urplötzlich und die Ärzte vermuteten eine überhöhte Koffeindosis als Todesursache. Ab diesem Zeitpunkt begann Ludwig mit der Untersuchung der Effekte von Kaffee auf den menschlichen Körper. Nach 3 Jahren Forschung entwickelte Ludwig ein Verfahren, das nach ihm benannte Roselius-Verfahren, mit dem man Kaffee entkoffeinieren kann – die Geburtsstunde des koffeinfreien Kaffees.

Bei dem Roselius-Verfahren wurde vor allem Benzol verwendet, ein Lösungsmittel, welches den Bohnen das Koffein entzieht. Da dieses Lösungsmittel jedoch als stark krebserregend gilt, wird Benzol heute nicht mehr verwendet. Das könnte eine Erklärung dafür sein, warum entkoffeinierter Kaffee oft als das schwarze Schaf der Kaffee-Familie dargestellt wurde und gerade aus diesem Grund lange Zeit kaum noch bekannt war.

Wie wird entkoffeinierter Kaffee heute hergestellt?

Ludwig war der Vorreiter im Bereich entkoffeinierter Kaffee, nur leider war sein Verfahren gesundheitsschädlich. Im Laufe der Jahrzehnte haben sich allerdings viele neue und vor allem bessere Verfahren auf der ganzen Welt herauskristallisiert. Diese Entkoffeinierungsverfahren sind schonender für die Kaffeebohnen, was die Qualität und den Geschmack verbessert und vor allem entsteht kein gesundheitliches Risiko für den Konsumierenden.

Auch wenn es mehrere Verfahren mit unterschiedlichsten Vorgehensweisen gibt, eines haben alle gemeinsam: zur Herstellung von koffeinfreien Kaffee werden grüne Kaffeebohnen verwendet, die noch nicht geröstet wurden.

Kaffeebohne ernten

1. Koffeinentzug mit Lösungsmitteln

Im Allgemeinen werden bei der Entkoffeinierung mit Lösungsmitteln die Bohnen zunächst mit heißem Wasser oder Wasserdampf zum Aufquellen gebracht. Daraufhin wird das Koffein mit einem Lösungsmittel extrahiert, abhängig von dem jeweiligen Verfahren. Dieser Schritt wird mehrmals wiederholt, um das Koffeinlimit der EU für koffeinfreien Kaffee von maximal 0,1% zu erreichen.

Bei diesen Verfahren verschwindet mit dem Koffein auch leider ein Teil des typischen Geschmacks - das schon mal vorweg.

Direktes Verfahren

Um entkoffeinierten Kaffee mit dem direkten Verfahren herzustellen, werden die Bohnen 30 Minuten lang Wasserdampf ausgesetzt. Danach bringt man die Bohnen für 10 Stunden in Kontakt mit dem Lösungsmittel Ethylacetat oder optional auch Dichlormethan. Nach Ablauf der 10 Stunden wird das Lösungsmittel abgeschüttet und Restbestände möglichst vollständig entfernt. Vor allem bei Dichlormethan ist ein komplettes Entfernen des Lösungsmittels unabdingbar, da es im Verdacht steht, Krebs zu erregen.

Mit dem Lösungsmittel Ethylacetat darf der Kaffee sogar als „natürlich entkoffeinierter“ Kaffee bezeichnet werden, da man Ethylacetat aus natürlichen Quellen gewinnen kann, wie zum Beispiel Obst.

Indirektes Verfahren

Beim indirekten Verfahren werden alle Inhaltsstoffe, die wasserlöslich sind, mit heißem Wasser herausgelöst, als würde man den Kaffee normal kochen wollen. Die entstehende Lösung wird dann mit Ethylacetat versetzt, um das Koffein zu extrahieren.

Dieses koffeinfreie Gemisch wird dann mit neuen Bohnen vermischt und erneut aufgekocht. Dadurch wird den neuen Bohnen wirklich nur das Koffein entzogen, da sich ein Löslichkeitsgleichgewicht ergibt. Was auch immer ein Löslichkeitsgleichgewicht ist, hier müssen wir wohl einfach den Gesetzen der Chemie vertrauen, dass es funktioniert ;-)

Chemie für koffeinfreien Kaffee

2. Koffeinentzug ohne Lösungsmittel

Schweizer-Wasser-Prozess Verfahren – schonend, aber kostspielig

Das Schweizer-Wasser-Prozess Verfahren ist das bekannteste Verfahren. Hierbei werden die grünen Kaffeebohnen mit Wasser durchtränkt, was das Koffein zusammen mit den restlichen Bestandteilen lösen soll. Dieses Wasser wird dann durch einen Aktivkohlefilter geleitet, welcher die Koffeinmoleküle fast komplett herausfiltert.

Das koffeinfreie Wasser wird nun mit neuen Bohnen vermischt. Dabei wird den neuen Bohnen das Koffein entzogen, jedoch nicht die festen Bestandteile und Aromen. Dieser Schritt wird solange wiederholt, bis die Bohnen maximal 0,1% Koffein aufweisen.

Das ist auch der entscheidende Vorteil gegenüber den anderen beiden Verfahren. Das Schweizer-Wasser-Prozess Verfahren kommt ganz ohne Zusätze aus. Leider ist das ganze äußerst kostspielig, sodass dieses Verfahren quasi nie verwendet wird.

CO2-Verfahren – lösungsmittelfrei und aromatisch

Das Zauberwort bei diesem Verfahren lautet „superkritisches Kohlenstoffdioxid“, oder einfacher CO2 in flüssiger Form. Nachdem die grünen Kaffeebohnen mit Wasserdampf behandelt wurden, werden sie bei einem Druck von 73-300 bar mit Kohlenstoffdioxid gespült, womit das Koffein herausgelöst wird.

Danach lässt man das Kohlenstoffdioxid verdampfen, wodurch nur noch das reine Koffein übrigbleibt. Das CO2 wird aufbereitet und wiederverwendet. Wenn auch etwas teurer, ist das unser Meinung nach das beste Verfahren, welches wir auch für unseren entkoffeinierten earlybird Kaffee nutzen. Das Verfahren ist schonend, sodass wir problemlos das Bio-Siegel verwenden können. Außerdem bleibt das Aroma am besten erhalten.

PROBIER MICH!


Gibt es eine Kaffeepflanze, die von Natur aus kein Koffein hat?

Die "bio-verträglichen" Verfahren sind zwar schön und gut, aber auch sehr aufwendig und kostenintensiv. Die denkbar einfachste Lösung wäre daher eine Kaffeepflanze, die von Natur aus kein Koffein beinhaltet. Gibt es so eine Pflanze denn schon?

Es gibt sie zumindest theoretisch. In der Forschung hat sich allerdings immer wieder Ernüchterung breitgemacht. Bislang sind diese Pflanzen sehr ineffizient. Das führt zu extrem hohen Kosten im Anbau, weshalb diese Sorten so gut wie nie anzutreffen sind. Die Forschung und damit die Suche nach einer koffeinfreien Kaffeebohne geht jedoch weiter.

Kaffeebohnen in der Hand

Fazit

Es gibt unterschiedlichste Gründe zum koffeinfreien Kaffee zu greifen: Unverträglichkeit, Bluthochdruck, Schwangerschaft, Angst, nicht schlafen zu können, etc. Alle eint, nicht auf den Geschmack oder das Gefühl von Kaffee trinken verzichten zu wollen. 

Eins sollte dabei jedem klar sein: Aktuell gibt es keinen von Natur aus koffeinfreien Kaffee. Ein Kaffee ohne Koffein muss in jedem Fall einen zusätzlichen Verfahrensschritt durchlaufen. Letztendlich muss jede:r selbst entscheiden, ob entkoffeinierter Kaffee das Richtige ist.

Etwas schade finden wir, dass fast kein Kaffee-Anbieter die Art der Entkoffeinierung transparent offenlegt. So ist es schwer nachzuvollziehen, ob eine schonende, natürliche Methode der Entkoffeinierung eingesetzt wurde. Wir bei earlybird nutzen das "bio-verträgliche" CO2-Verfahren. Wer entkoffeinierten Kaffee schätzt und dazu noch sehr gute Qualität und einen spannenden Geschmack möchte, kann gerne in unserem Online-Shop vorbei schauen ;-)

 

Mehr Infos zum Thema Koffein:

 

4 Kommentare

Mär 31 2020 • Verfasst von earlybird

Vielen Dank für eure Kommentare. Bitte entschuldigt, dass es etwas gedauert hat. Wir sind ein kleines Team mit immer viel zu tun :-) In der Tat entwickeln wir selbst gerade einen entkoffeinierten Kaffee der unserem Anspruch an Qualität gerecht werden soll. Wir haben immer mehr Kundenanfragen und Diskussionen darum gehabt und festgestellt, dass wir diese Alternative unseren Kunden bieten möchten.

Mär 30 2020 • Verfasst von Jessica Welling

Ich kann die Ansicht von Frau Vogel nur unterstützen. Erstaunlich, dass Sie nach so langer Zeit immer noch nicht dazu gekommen sind Ihren Artikel bzw das Ende Ihres Artikels zu überarbeiten. Vor allem, Wenn man bedenkt, das Frau Vogel sich auch die Zeit genommen hat Sie auf diesem Wege zu kontaktieren.
Schade.

Jul 05 2019 • Verfasst von earlybird

Liebe Frau Vogel,
vielen Dank für Ihr sehr nett und konstruktiv geschriebenes Feedback!
Wenn wir diesen Text nun nach langer Zeit reflektieren, können wir Ihren Punkt sehr gut nachvollziehen. So weit hatten wir beim Schreiben dieses Textes nicht gedacht und garantiert nicht beabsichtigt zu „verurteilen“. Es ist oft nicht einfach, authentisch und mit Elan zu schreiben und gleichzeitig alle Facetten zu berücksichtigen – wir überarbeiten den Artikel nun. Viele Grüße vom earlybird coffee Team

Jul 05 2019 • Verfasst von Birgit Vogel

“…er ist intransparent, unökologisch und vielleicht etwas dekadent – oder was würdet ihr dazu sagen? „Jetzt neu: Zitronen ohne Vitamin C“.

Sehr geehrte Damen und Herren,
gerne gestehe ich der Jugend eine gewisse Überheblichkeit zu – tatsächlich waren Menschen, die wie ich 50+ sind, auch mal jung.
Trotzdem kann ich jetzt nicht umhin, Ihnen zu wünschen daß es Ihnen auch mal so gehen mag…ich habe immer gerne Kaffee getrunken, ich mag den Geschmack und das Gefühl von Fülle, die mir ein Früchtetee eben leider nicht bieten kann. Und irgendwann hat es meine Gesundheit nicht mehr erlaubt, Koffein in der Menge, in der ich Kaffee trinke, zu mir zu nehmen.

Entkoffeinierter Kaffee:
Intransparent – leider
Unökologisch – ja, wenn man beim Einkauf auf nichts achtet. So unökologisch wie viele Kaffeetrinker von “vollwertigem” Kaffee sind, die nicht auf die Herkunft achten oder gar Alukapseln verwenden (und ja ich habe es gesehen, Sie bieten diese nicht an).
Aber dekadent – nein, ich denke nicht, daß ich dekadent handle. Und ich denke nicht daß es Ihnen zusteht, alle Konsumenten von koffeinfreiem Kaffee pauschal zu verurteilen und sich über sie lustig zu machen.

Ich finde Ihre Initiative für fairen, nachhaltigen und klimaneutralen Kaffeegenuß mehr als begrüßenswert. Und natürlich bieten Sie keinen entkoffeinierten Kaffee an, dessen Herstellung nicht Ihren ökologischen Kriterien entspricht. Das ist nur folgerichtig.

Aber Menschen mit gesundheitlichen Beeinträchtigungen, die trotzdem nicht auf Kaffee verzichten möchten, abzuwerten – das ist anmassend und arrogant. Sind Sie wirklich alle Veganer, fahren niemals mit dem Auto (dass Sie nicht mit dem Auto zur Arbeit fahren habe ich gelesen – das geht, wenn man in der Stadt lebt und nicht auf dem Land), kaufen ausschließlich Bio- und Fairtradeprodukte in verpackungslosen Geschäften ein und verzichten auf jede Art von nicht rein ökologischen Reinigungsmittel und Kosmetika? Haben Sie alle nur fair produzierte Kleidung aus Bio-Baumwolle im Schrank und keinerlei Kunststoffprodukte im Haushalt? Nicht einmal wenn Sie alle diese Fragen bedingungslos mit ja beantworten können, steht es Ihnen zu, jemanden wie mich, der “nicht natürlichen koffeinfreien Kaffee” trinkt, zu verurteilen und abzuwerten.

Hochachtungsvoll
Birgit Vogel

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