Entkoffeinierter Kaffee

Entkoffeinierter Kaffee – Kann das noch gesund sein?

Lesezeit ca. 10 mins
Autor*in
Merlin Stellwag
Gründer von Earlybird Coffee
Hat die Welt des Kaffees förmlich studiert, kennt alle Tipps & Tricks und neuesten Kaffee Trends.
Inhalt
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    Vergesst getrost den koffeinfreien Instantkaffee im Glas aus früheren Zeiten! Entkoffeinierter Kaffee steht in Geschmack und Aroma dem herkömmlichen Kaffee mit Koffein in nichts mehr nach.

    Einziger Unterschied: die aufputschende Wirkung bleibt aus. Für alle Kaffeetrinker:innen, die bewusst auf diese anregende Wirkung verzichten möchten, nicht aber auf den täglichen Kaffeegenuss, ist entkoffeinierter Kaffee eine tolle Alternative.

    Wenn du generell wissen möchtest, ob Kaffee gesund ist, kannst du dir den übergeordneten Artikel dazu durchlesen.

    Erfahre im folgenden Artikel:

    • wie entkoffeinierter Kaffee hergestellt wird
    • welch entscheidenden Einfluss die Art der Entkoffeinierung auf deinen Kaffeegenuss hat
    • und warum auch entkoffeinierter Kaffee als gesund gilt

    Wenn du direkt auf der Suche nach einem koffeinfreien Kaffee bist, der dennoch kräftig und aromatisch ist, dann empfehlen wir dir unseren entkoffeinierten Kaffee. Klicke einfach unten und du landest direkt bei unserem leckeren earlybird Entkoffeiniert!

    Warum entkoffeinierter Kaffee gesund ist: 3 Gründe

    #1 Entkoffeinierter Kaffee ist verträglicher

    Koffein im Kaffee kann (je nach Koffeingehalt des Kaffees) den Magen reizen und den Blutdruck erhöhen. Für einige Menschen ist entkoffeinierter Kaffee deshalb verträglicher, denn das Koffein wirkt sich nicht mehr negativ auf ihren Körper aus. Und noch besser: niemand muss mehr auf den Kaffeegenuss verzichten.

    Wenn du trotz entkoffeinierter Kaffeebohnen Probleme beim Genuss von Kaffee haben solltest, kann es sein, dass andere Inhaltsstoffe eine Kaffeeunverträglichkeit bei dir auslösen. Wir haben dazu bereits einen Beitrag verfasst. Schau doch mal rein! 

    #2 Entkoffeinierter Kaffee wird nicht mehr so hergestellt wie Früher

    Früher wurde bei der Herstellung von entkoffeinierten Kaffeebohnen Benzol eingesetzt. Heute weiß man allerdings, dass dieser Stoff gesundheitsschädlich ist. Deshalb galten koffeinfreie Kaffeebohnen lange als ungesund.

    Wie der entkoffeinierte Kaffee aber heute hergestellt wird und wieso diese Verfahren gesünder sind als früher, erfährst du weiter unten im Artikel. Also dranbleiben! 

    #3 Entkoffeinierter Kaffee wird in der Schwangerschaft empfohlen

    In der Schwangerschaft kann das im Kaffee enthaltene Koffein über den Blutkreislauf der Mutter auch zum heranwachsenden Baby gelangen. Da übermäßige Mengen an Koffein nicht empfohlen werden, ist entkoffeinierter Kaffee in der Schwangerschaft die Lösung.

    Möchtest du mehr darüber erfahren? Hier findest du einen ausführlichen Blog-Artikel über Kaffee in der Schwangerschaft

    Was ist entkoffeinierter Kaffee?

    Der Name entkoffeinierter Kaffee ist eigentlich schon relativ selbst erklärend - Kaffee ohne Koffein. Hast du gewusst, dass in koffeinfreien Kaffee jedoch immer noch kleine Mengen Koffein enthalten sein können?

    Um sich koffeinfrei nennen zu dürfen, kann der Kaffee bis zu 0,1% Koffein enthalten (im Vergleich dazu: eine Tasse bzw. 150ml Filterkaffee enthält etwa 80mg Koffein). Wir sprechen hier also von minimalen Konzentrationen.

    Unter den Kaffeebohnen eignet sich die Arabica-Bohne am besten, da sie von Natur aus schon nicht so viel Koffein hat. Über die Jahre haben sich vor allem Qualität und Geschmack von entkoffeiniertem Kaffee enorm verbessert, so dass dieser heute locker mit normalen Kaffee mithalten kann.

    Auch wir haben lange an einem entkoffeinierten Kaffee getüftelt, bis wir mit dem Ergebnis voll und ganz zufrieden waren. Herausgekommen ist der earlybird Entkoffeiniert als ganze Bohnen oder in der gemahlenen Variante: ein spannender und kräftiger Allrounder für alle Kaffee-Getränke.

    Wie all unsere earlybird Kaffees ist auch unser entkoffeinierter Kaffee bio, fair und klimaneutral.

    entkoffenierter kaffee in tasse

    Roselius Verfahren - Die Entstehung des entkoffeinierten Kaffees

    Man schrieb das Jahr 1903, als niemand Geringeres als Ludwig Roselius, der Gründer von Kaffee Hag aus Bremen, zum ersten Mal entkoffeinierten Kaffee herstellte.

    Hinter dieser Erfindung steht, wie bei vielen anderen Erfindungen auch, ein Familiendrama. Ludwig Roselius‘ Vater verstarb urplötzlich und die Ärzte vermuteten eine überhöhte Koffeindosis als Todesursache.

    Ab diesem Zeitpunkt begann Ludwig mit der Untersuchung der Effekte von Kaffee auf den menschlichen Körper. Nach 3 Jahren Forschung entwickelte Ludwig ein Verfahren, das nach ihm benannte Roselius-Verfahren, mit dem man Kaffee entkoffeinieren kann – die Geburtsstunde des koffeinfreien Kaffees.

    Bei dem Roselius-Verfahren wurde vor allem Benzol verwendet, ein Lösungsmittel, welches den Bohnen das Koffein entzieht. Da dieses Lösungsmittel jedoch als stark krebserregend gilt, wird Benzol heute nicht mehr verwendet.

    Das könnte eine Erklärung dafür sein, warum entkoffeinierter Kaffee oft als das schwarze Schaf der Kaffee-Familie dargestellt wurde und gerade aus diesem Grund lange Zeit kaum noch bekannt war.

    Wie wird entkoffeinierter Kaffee heute hergestellt?

    Ludwig war der Vorreiter im Bereich entkoffeinierter Kaffee, nur leider war sein Verfahren gesundheitsschädlich. Im Laufe der Jahrzehnte haben sich allerdings viele neue und vor allem bessere Verfahren auf der ganzen Welt herauskristallisiert.

    Diese Entkoffeinierungsverfahren sind schonender für die Kaffeebohnen, was die Qualität und den Geschmack verbessert und vor allem entsteht kein gesundheitliches Risiko für die Konsumierenden.

    Auch wenn es mehrere Verfahren mit unterschiedlichen Vorgehensweisen gibt, eines haben alle gemeinsam: zur Herstellung von koffeinfreien Kaffee werden grüne Kaffeebohnen verwendet, die noch nicht geröstet wurden.

    Kaffeebohne ernten

    Grundsätzlich unterscheidet man zwischen Verfahren mit und ohne Lösungsmitteln, die wir dir im Folgenden kurz näher vorstellen möchten:

    1. Koffeinentzug mit Lösungsmitteln

    Im Allgemeinen werden bei der Entkoffeinierung mit Lösungsmitteln die Bohnen zunächst mit heißem Wasser oder Wasserdampf zum Aufquellen gebracht.

    Daraufhin wird das Koffein mit einem Lösungsmittel extrahiert, abhängig von dem jeweiligen Verfahren. Dieser Schritt wird mehrmals wiederholt, um das Koffeinlimit der EU für koffeinfreien Kaffee von maximal 0,1% zu erreichen.

    Bei diesen Verfahren verschwindet mit dem Koffein auch leider ein Teil des typischen Geschmacks - das schon mal vorweg.

    Direktes Verfahren

    Um entkoffeinierten Kaffee mit dem direkten Verfahren herzustellen, werden die Bohnen 30 Minuten lang Wasserdampf ausgesetzt. Danach bringt man die Bohnen für 10 Stunden in Kontakt mit dem Lösungsmittel Ethylacetat oder optional auch Dichlormethan.

    Nach Ablauf der 10 Stunden wird das Lösungsmittel abgeschüttet und Restbestände möglichst vollständig entfernt. Vor allem bei Dichlormethan ist ein komplettes Entfernen des Lösungsmittels unabdingbar, da es im Verdacht steht, Krebs zu erregen.

    Mit dem Lösungsmittel Ethylacetat darf der Kaffee sogar als „natürlich entkoffeinierter“ Kaffee bezeichnet werden, da man Ethylacetat aus natürlichen Quellen gewinnen kann, wie zum Beispiel Obst.

    Indirektes Verfahren

    Beim indirekten Verfahren werden alle Inhaltsstoffe, die wasserlöslich sind, mit heißem Wasser herausgelöst, als würde man den Kaffee normal kochen wollen. Die entstehende Lösung wird dann mit Ethylacetat versetzt, um das Koffein zu extrahieren.

    Dieses koffeinfreie Gemisch wird dann mit neuen Bohnen vermischt und erneut aufgekocht. Dadurch wird den neuen Bohnen wirklich nur das Koffein entzogen, da sich ein Löslichkeitsgleichgewicht ergibt. Was auch immer ein Löslichkeitsgleichgewicht ist, hier müssen wir wohl einfach den Gesetzen der Chemie vertrauen, dass es funktioniert ;-)

    Chemie für koffeinfreien Kaffee

    2. Koffeinentzug ohne Lösungsmittel

    Schweizer-Wasser-Prozess Verfahren – schonend, aber kostspielig

    Das Schweizer-Wasser-Prozess Verfahren ist das bekannteste Verfahren. Hierbei werden die grünen Kaffeebohnen mit Wasser durchtränkt, was das Koffein zusammen mit den restlichen Bestandteilen lösen soll. Dieses Wasser wird dann durch einen Aktivkohlefilter geleitet, welcher die Koffeinmoleküle fast komplett herausfiltert.

    Das koffeinfreie Wasser wird nun mit neuen Bohnen vermischt. Dabei wird den neuen Bohnen das Koffein entzogen, jedoch nicht die festen Bestandteile und Aromen. Dieser Schritt wird solange wiederholt, bis die Bohnen maximal 0,1% Koffein aufweisen.

    Das ist auch der entscheidende Vorteil gegenüber den anderen beiden Verfahren. Das Schweizer-Wasser-Prozess Verfahren kommt ganz ohne Zusätze aus. Leider ist das ganze äußerst kostspielig, sodass dieses Verfahren quasi nie verwendet wird.

    CO2-Verfahren – lösungsmittelfrei und aromatisch

    Das Zauberwort bei diesem Verfahren lautet „superkritisches Kohlenstoffdioxid“, oder einfacher CO2 in flüssiger Form. Nachdem die grünen Kaffeebohnen mit Wasserdampf behandelt wurden, werden sie bei einem Druck von 73-300 bar mit Kohlenstoffdioxid gespült, womit das Koffein herausgelöst wird.

    Danach lässt man das Kohlenstoffdioxid verdampfen, wodurch nur noch das reine Koffein übrig bleibt. Das CO2 wird aufbereitet und wiederverwendet.

    Entkoffeinierter Kaffee ohne Dichlormethan

    Für unseren entkoffeinierten Kaffee nutzen wir das eben gerade beschriebene CO2-Verfahren. Wenn auch etwas teurer, ist das unserer Meinung nach das beste Verfahren.

    Das CO2-Verfahren ist schonend, sodass wir problemlos das Bio-Siegel verwenden können. Aktuell ist es das einzig anerkannte biologische Verfahren. Außerdem bleibt das Aroma am besten erhalten.

    Gibt es eine Kaffeepflanze, die von Natur aus kein Koffein hat?

    Die "bio-verträglichen" Verfahren sind zwar schön und gut, aber auch sehr aufwendig und kostenintensiv. Die denkbar einfachste Lösung wäre daher eine Kaffeepflanze, die von Natur aus kein Koffein beinhaltet. Gibt es so eine Pflanze denn schon?

    Es gibt sie zumindest theoretisch. In der Forschung hat sich allerdings immer wieder Ernüchterung breitgemacht. Bislang sind diese Pflanzen sehr ineffizient. Das führt zu extrem hohen Kosten im Anbau, weshalb diese Sorten so gut wie nie anzutreffen sind. 

    Doch die Forschung und damit die Suche nach einer koffeinfreien Kaffeebohne geht weiter. Wir verfolgen die wissenschaftlichen Fortschritte und bleiben gespannt.

    Kaffeebohnen in der Hand

    Fazit

    Es gibt unterschiedlichste Gründe zum koffeinfreien Kaffee zu greifen: Unverträglichkeit, Bluthochdruck, Schwangerschaft, Angst, nicht schlafen zu können, etc. Alle eint, nicht auf den Geschmack oder das Gefühl von Kaffee trinken verzichten zu wollen. 

    Eins sollte dir dabei klar sein: Aktuell gibt es keinen von Natur aus koffeinfreien Kaffee. Ein Kaffee ohne Koffein muss in jedem Fall einen zusätzlichen Verfahrensschritt durchlaufen. Letztendlich muss jede:r selbst entscheiden, ob entkoffeinierter Kaffee das Richtige ist.

    Etwas schade finden wir, dass fast kein Kaffee-Anbieter die Art der Entkoffeinierung transparent offenlegt. Das macht es schwer nachzuvollziehen, ob eine schonende, natürliche Methode der Entkoffeinierung eingesetzt wurde.

    Unsere Empfehlung: Kaffees, die mit dem "bio-verträglichen" CO2-Verfahren entkoffeiniert wurden.

    Wenn du auf der Suche nach genau einem solchen entkoffeinierten Kaffee bist, der dazu noch einen aromatischen Geschmack hat sowie fair und klimaneutral produziert wird, dann schau gerne in unserem Online-Shop vorbei :-)

    ZUM ENTKOFFEINIERTEN KAFFEE


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    6 Kommentare


    • Lisa von earlybird coffee

      Lieber Michi,

      den entkoffeinierten Arabica als ganze Bohne bieten wir seit kurzem an. Genauer gesagt ist es der earlybird Entkoffeiniert ganze Bohne – den Kaffee gibt es in der gemahlenen Variante und als ganze Bohne. Schau gern bei uns im Online-Shop vorbei :-)

      Viele Grüße,
      Lisa von earlybird coffee


    • Michi Schweiger

      Moin, gibt es entkoffenierten Aribca als ganze Bohne?
      Lg


    • earlybird

      Vielen Dank für eure Kommentare. Bitte entschuldigt, dass es etwas gedauert hat. Wir sind ein kleines Team mit immer viel zu tun :-) In der Tat entwickeln wir selbst gerade einen entkoffeinierten Kaffee der unserem Anspruch an Qualität gerecht werden soll. Wir haben immer mehr Kundenanfragen und Diskussionen darum gehabt und festgestellt, dass wir diese Alternative unseren Kunden bieten möchten.


    • Jessica Welling

      Ich kann die Ansicht von Frau Vogel nur unterstützen. Erstaunlich, dass Sie nach so langer Zeit immer noch nicht dazu gekommen sind Ihren Artikel bzw das Ende Ihres Artikels zu überarbeiten. Vor allem, Wenn man bedenkt, das Frau Vogel sich auch die Zeit genommen hat Sie auf diesem Wege zu kontaktieren.
      Schade.


    • earlybird

      Liebe Frau Vogel,
      vielen Dank für Ihr sehr nett und konstruktiv geschriebenes Feedback!
      Wenn wir diesen Text nun nach langer Zeit reflektieren, können wir Ihren Punkt sehr gut nachvollziehen. So weit hatten wir beim Schreiben dieses Textes nicht gedacht und garantiert nicht beabsichtigt zu „verurteilen“. Es ist oft nicht einfach, authentisch und mit Elan zu schreiben und gleichzeitig alle Facetten zu berücksichtigen – wir überarbeiten den Artikel nun. Viele Grüße vom earlybird coffee Team


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