Kaffeemaschine entkalken » Ratgeber für Kaffee-Neulinge ✓

Kaffeemaschine entkalken » Ratgeber für Kaffee-Neulinge ✓

Lesezeit ca. 11 mins
Autor*in
Lisa Eppelmann
Expertin für Kaffeefragen
Liebt Kaffee in Kombination mit beerigen Frühstücks-Bowls oder einem Stück selbst gebackenen Kuchen.
Inhalt
    Zum Shop
    Jeden Morgen eine frische Tasse Kaffee – das ist es doch, was du für einen gelungenen Start in den Tag brauchst. Und ganz egal auf welche Art und Weise du ihn zubereitest – ob mit Vollautomaten oder Filterkanne –  allein der besondere Geschmack gibt dir die Energie, die du im Alltag brauchst.
    Damit dein Kaffee aber immer genau gleich gut schmeckt, solltest du deine Kaffeemaschine regelmäßig entkalken. Eine verkalkte Kaffeemaschine kann nämlich der Grund sein, warum dein Kaffee nicht schmeckt wie du es gewohnt bist. Woran es sonst noch so liegen kann, verraten wir dir in unserem Blogbeitrag: Kaffee schmeckt nicht - Erste Hilfe Anleitung.
    Jetzt aber wieder zurück zum Thema. Wenn du dich fragst, wie man eine  Kaffeemaschine entkalkt, haben wir hier einen umfangreichen Ratgeber für dich zusammengestellt.
    Du lernst...
    • warum du deine Kaffeemaschine überhaupt entkalken sollst,
    • wie & wie oft du deine Kaffeemaschine entkalken sollst und
    • welche Möglichkeiten es hierbei gibt.
    So hast du schnell wieder deine aromatische Tasse Kaffee für das ganz besondere Geschmackserlebnis.

    Warum sollte ich meine Kaffeemaschine entkalken?

    Natürlich ist dem wahren Kaffeeliebhaber immer der gute Geschmack wichtig. Durch Kalkablagerungen in deiner Kaffeemaschine kann dieser mehr oder weniger stark beeinträchtigt werden.

    Aber nicht nur das sollte dich überzeugen, deine Kaffeemaschine immer mal wieder zu entkalken: Ablagerungen können genauso gut zu Beschädigungen und technischen Problemen an und in deiner Kaffeemaschine führen. Wenn zum Beispiel Kalk nicht regelmäßig entfernt wird, können seine Ablagerungen zu dick werden und damit Leitungen verstopfen, die dadurch porös werden können. Das sorgt für Reparaturkosten, die wir doch alle lieber einsparen wollen.

    Wenn sich Kalk auf einigen Sensoren und wichtigen Elementen deiner Maschine ablagert, führt das auch zu einer beeinträchtigten Leistung beim Zubereitungsprozess. Eventuell wird dann nicht mehr die richtige Temperatur erreicht und die sonst so perfekte Crema deines Espressos ist plötzlich nicht mehr wiedererkennbar.

    Und nicht nur dein Kaffee leidet unter diesen Beeinträchtigungen: Über deine Stromkostenrechnungen wirst du vielleicht auch nicht so glücklich sein. Die Maschine kann nämlich auch einen erheblich größeren Stromverbrauch haben, wenn die Kalkablagerungen zu dick werden.

    Wie wäre es also doch mit einer regelmäßigen Entkalkung, um all dem vorzubeugen? Und damit kommen wir gleich zu unserer nächsten Frage...

    Wie oft sollte ich meine Kaffeemaschine entkalken?

    Grundsätzlich gilt, dass eine Entkalkung alle drei Monate empfehlenswert ist. Letztendlich ist die Häufigkeit des Prozesses aber von äußeren Bedingungen abhängig und nicht immer so generell bestimmbar: Wie oft du deine Kaffeemaschine nutzt und wie hart dein Wasser ist (also wie hoch der Kalkgehalt bei dir zuhause ist) beeinflussen, wie oft du deine Kaffeemaschine entkalken solltest.

    Die Wasserhärte kannst du zum Beispiel beim Wasserwerk erfragen oder mit jeweiligen Teststreifen selbst bestimmen. Und damit du dein Entkalkungsritual direkt richtig frequentierst, ist es auch wirklich wichtig, sich diese Info zu beschaffen.

    Und was heißt die Härte dann? Na, je höher der Kalkgehalt, desto öfter wird entkalkt. Hast du also relativ viel Kalk in deinem Wasser und trinkst zusätzlich auch noch besonders viel, solltest du öfter als nur alle drei Monate eine Entkalkung starten.

    Aber vielleicht hast du auch eine Kaffeemaschine, die dir anzeigt, wann die Entkalkung wieder mal nötig ist. Dann hast du Glück und musst dir gar keine weiteren Gedanken zum „Wie oft“ machen.

    Kaffee und Siebträger

    Womit werden Kaffeemaschinen entkalkt?

    Zum Entkalken deiner Kaffeemaschine gibt es einige Produkte und Hausmittel, die du nutzen kannst. Was für deine Maschine und deine Routinen am besten funktioniert, kannst du für dich selbst entscheiden.

    In diesem Artikel haben wir uns mal auf die üblichsten Mittel konzentriert, mit denen du deine Kaffeemaschine entkalken kannst:

    • Entkalker aus Drogerie und Supermarkt
    • Essig
    • Natron oder Backpulver
    • Zitronensäure

    Wie gesagt, welche Produkte du am Ende benutzt, hängt ganz von dir ab. Aber damit dir die Entscheidung nicht so schwer fällt, gibt es jetzt von uns das Wichtigste im Überblick!

    Die Kaffeemaschine mit Entkalker aus dem Supermarkt entkalken

    Beginnen wir einfach mal mit den professionellen Mitteln zur Entkalkung, die es in den meisten Drogerien und Supermärkten zu kaufen gibt: Entkalkungsmittel für Kaffeemaschinen in Form von Tabs, Pulver oder flüssigen Entkalkern.

    Man muss schon sagen, diese sind wohl ein einfacher Weg, um die eigene Kaffeemaschine zu entkalken. Die Vorgehensweise wird meist anhand der Packungsanleitung erklärt und ist abgestimmt auf den jeweiligen Maschinentyp. Im Grunde wird das Entkalkungsmittel zusammen mit einer empfohlenen Wassermenge einfach in den Wassertank gegeben. Das Gerät muss dann eingeschaltet sein und einen Kaffeezubereitungsprozess durchlaufen. Einige Male wird das wiederholt, damit alle Reste des Entkalkers entfernt sind. Und schon ist deine Kaffeemaschine wieder rein und entkalkt. Ganz einfach, oder?

    Aber Achtung, bitte achte unbedingt, dass das Entkalkungsmittel auch für deine Maschinenart geeignet, also für, zum Beispiel, Filterkaffeemaschine oder Vollautomaten bestimmt ist.

    Naja, es ist schon richtig: Die Entkalker aus dem Supermarkt sind meist sehr chemisch und sind, trotz ihrer Einfachheit, nicht für jeden die korrekte Lösung. Vielmehr möchtest du vielleicht ohne Entkalker arbeiten, also eher auf natürlichem Wege die störenden Kalkablagerungen loswerden. Genau deswegen gibt es genügend Hausmittel zum Entkalken deiner Kaffeemaschine.

    Wir haben natürlich auch die gängigsten für dich zusammengetragen!

    Die Kaffeemaschine mit Essig entkalken

    Wie funktioniert das überhaupt? Zwei Teile Wasser mit einem Teil Essigessenz sollen durch die Maschine oder einen trockenen Filter laufen und deine Maschine ist entkalkt. Klingt doch auch irgendwie ganz einfach und zusätzlich ist Essig auch noch ein Hausmittel, welches fast jeder bei sich zuhause stehen hat.

    Aber trotzdem ist Vorsicht geboten: Essig gilt allgemein als ein sehr aggressives Mittel und kann in einigen Fällen empfindliche Teile deiner Kaffeemaschine angreifen und beschädigen. Angegriffene Materialien werden spröde und führen zu starken Schäden.

    Auch der unangenehme Geruch des Hausmittels muss bedacht werden. Es kann sein, dass der Essiggeruch nach der Entkalkung nicht sofort wieder verschwindet und sich in deinem Kaffee verewigt. So lecker stellen wir uns das nicht vor…

    Die Kaffeemaschine mit Natron oder Backpulver entkalken

    Das Vorgehen hierbei ist genau wie bei den anderen Hausmitteln. Entweder zwei Teelöffel Natron oder ein ganzes Päckchen Backpulver in den Wassertank geben und einige Male die Maschine durchlaufen lassen.

    Backpulver ist aber von den beiden tatsächlich am wirksamsten gegen bereits bestehende Kalkablagerungen. Natron hat nicht unbedingt die Kraft diese zu entfernen, denn es handelt sich hierbei nicht um eine Säure. Vielmehr hilft es deiner Kaffeemaschine aber diesen vorzubeugen. Und wie genau?

    Wenn ihr Natron in das Wasser gebt, kommt es zu einer leicht basischen Reaktion, die letztendlich dazu führt, dass euer Wasser weicher wird, also weniger Kalk enthalten ist. Es reagiert unter anderem mit den positiv geladenen Calciumionen und den negativ geladenen Hydroxidionen zu einem Calciumcarbonat.

    Alles ganz schön chemisch. Du musst dir nur merken: Backpulver zum Entkalken nutzen und Natron zum Vorbeugen von Kalkablagerungen.

    Die Kaffeemaschine mit Zitronensäure entkalken

    Ja, wir wissen, Zitronensäure ist nicht unbedingt das am meisten empfohlene Hausmittel zur Entkalkung deiner Kaffeemaschine. Aber aufgepasst: Sie kann auch helfen, wenn du einige Kleinigkeiten beachtest und richtig machst.

    Denn Zitronensäure ist eigentlich sogar viel weniger aggressiv im Vergleich zu Essig und hat keinen so starken Eigengeruch. Du kannst sie aber nicht einfach in deinen Wassertank geben und durchlaufen lassen wie die restlichen Hausmittel. Zitronensäure ist nämlich nur zur Kalkentkalkung geeignet.

    Wenn das Wasser, in dem die Zitronensäure aufgelöst ist, nämlich eine Temperatur über 60°C hat, entsteht eine weiße, klebrige Masse – Calciumcitrat – und diese sorgt für schwere Schäden an deiner Maschine.

    Also ganz wichtig: Zitronensäure eignet sich ausschließlich für Kaffeemaschinen mit Kaltentkalkungsprogrammen.

    Filterkaffeemaschine

    Die Kaffeemaschine je nach Maschinenart entkalken

    Wir haben dir jetzt hauptsächlich die einzelnen Produkte zur Entkalkung vorgestellt. Aber natürlich gilt es auch noch einen anderen Faktor bei der Entkalkung ins Auge zu fassen: nämlich die Art der Kaffeemaschine, die du entkalken möchtest.

    Ist ja auch irgendwie klar, dass eine Filterkaffeemaschine etwas anders behandelt werden muss als zum Beispiel ein Kaffeevollautomat. Und damit du dich nach diesem Artikel bestens auskennst, haben wir natürlich auch für drei verschiedene Maschinenart die wichtigsten Tipps dabei.

    Einen Kaffeevollautomaten entkalken

    Wenn ihr einen Kaffeevollautomaten habt, dann seid ihr natürlich sehr gut dran. Denn selbst machen müsst ihr da gar nicht mehr so viel. Die meisten Kaffeevollautomaten verfügen über ein automatisches Entkalkungsprogramm, für das ihr dann nur noch das in der Bedienungsanleitung empfohlene Entkalkungsmittel besorgen müsst. Die Maschine meldet sich sogar selbst, wenn es wieder Zeit für den Prozess ist. Da musst du also eigentlich gar nicht mehr so viel selbst bedenken!

    Solltest du aber trotzdem lieber händisch arbeiten, also eine manuelle Entkalkung vorziehen, dann gehst du so vor, wie bei den obigen Hausmitteln beschrieben:

    1. Entkalkungsmittel mit Wasser gemischt in den Wassertank geben.
    2. Die Maschine so oft durchlaufen lassen, bis der Wassertank leer ist.
    3. Danach noch einige Male mit klarem Wasser wiederholen, damit sich das Mittel aus allen Teilen der Maschine löst.

    Womit und wie oft du deinen Vollautomaten auf diese Weise entkalkst, liegt dabei ganz in deinem Ermessen. Wie du deinen Kaffeevollautomaten anschließend reinigen kannst, haben wir dir hier ausführlich erklärt. 

    Eine Filterkaffeemaschine entkalken

    Eine weitere, viel vertretene Kaffeemaschinenart ist die Filterkaffeemaschine. Auch hier kannst du in der Bedienungsanleitung nachlesen, welcher Entkalker am besten geeignet ist für dein Modell. Oftmals ist das Flüssig-Entkalker, genauso gut kannst du aber auch Hausmittel nutzen.

    Der Ablauf zum Entkalken deiner Filterkaffeemaschine:

    1. Das Entkalkungsmittel mit der vorgeschriebenen Menge Wasser mischen und in den Wassertank geben.
    2. Einen leeren Filter in den Filtereinsatz legen, damit die gelösten Partikel nicht zurück in die Maschine gespült werden.
    3. Maschine einschalten und durchlaufen lassen.
    4. Wenn ein Teil der Lösung schon durchgelaufen ist, die Filterkaffeemaschine ausschalten und 10-15 Minuten warten, damit alles einwirken kann.
    5. Danach wieder einschalten und den Rest der Flüssigkeit durchlaufen lassen.
    6. Wassertank mit klarem Wasser nachfüllen und den Vorgang etwa 3 Mal zum Nachspülen wiederholen.

    Fertig ist die Entkalkung. Wenn ihr eine neuere Filterkaffeemaschine habt, könnte es sogar sein, dass sie ein richtiges Entkalkungsprogramm hat. Also unbedingt die Bedienungsanleitung gründlich durchlesen, bevor ihr eure Entkalkung startet.

    Eine Siebträgermaschine entkalken

    Bei der Siebträgermaschine ist es eigentlich ganz einfach: Sie wird auf die gleiche Weise entkalkt wie der Kaffeevollautomat. Ihr könnt also entweder die automatische oder manuelle Entkalkung wählen und den Prozess durchführen, wie wir ihn oben bereits beschrieben haben.

    Welches Mittel und welche Dosierung für eure Maschine dabei die geeignetste ist, findet ihr hier genauso in der Bedienungsanleitung eurer Siebträgermaschine.
    Und solltest du in diesem Zuge direkt deine Siebträger reinigen wollen, haben wir hier bereits einmal beschrieben, wie du dabei vorgehen kannst.

    Siebträgermaschine bereitet Kaffee zu

    Welchen Einfluss hat Kalk auf den Geschmack?

    Jetzt weißt du also, wie die Entkalkung deiner Kaffeemaschine richtig funktioniert und welche Mittel es dafür überhaupt gibt. Die Frage ist jetzt nur noch, wie sehr schadet die fehlende Entkalkung dem Geschmack?

    Es ist Fakt, dass dein Kaffee zu einem sehr hohen Anteil aus Wasser besteht – tatsächlich zu 99% – und dass die Härte des genutzten Wasser natürlich das Aroma beeinträchtigt. Die Bohnen werden im härteren Wasser weniger stark ihren Geschmack entfalten können. Deswegen rät man auch eher zu weicherem Wasser.

    Letztendlich wird der Geschmack nicht schwerwiegend beeinflusst, du wirst natürlich trotzdem Kaffee schmecken können. Es handelt sich aber trotzdem um feine Nuancen, die zum ultimativen Kaffeegenuss beitragen.

    Also wir als Kaffeegenießer raten dir: Eine Entkalkung lohnt sich von Zeit zu Zeit, damit dein Start in den Tag mit den besten Röstaromen beginnen kann.

    Die Kaffeemaschine zuerst entkalken und dann reinigen?

    Neben der Entkalkung deiner Kaffeemaschine steht natürlich auch eine Reinigung in regelmäßigen Abständen an. Die Frage ist nur, welche Reihenfolge ist dabei die Richtige? Erst reinigen und dann entkalken? Oder doch andersherum?

    Im Prinzip macht das keinen wirklichen Unterschied. Da es sich dabei um zwei unterschiedliche Prozesse handelt, beeinflusst sich dabei nichts. Du kannst also ganz frei entscheiden, wie du Reinigung und Entkalkung handhaben möchtest.

    verschiedene Kaffeespezialitäten

     


    Hinterlasse einen Kommentar

    Bitte beachte, dass Kommentare vor der Veröffentlichung freigegeben werden müssen