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Ist Arabica Kaffee wirklich besser als Robusta Kaffee?

Arabica besser als Robusta earlybird Titelbild

Arabica-Kaffee, häufig mit dem Zusatz „Hochland“ versehen, wird häufig als die qualitativ hochwertigste Kaffee-Sorte verkauft, während Robusta Kaffee als qualitativ minderwertig bezeichnet wird. Doch ist das korrekt? Und wo liegen überhaupt die Unterschiede?

Name und Herkunft

Grundsätzlich gehört der Kaffeebaum oder -strauch, an dem die späteren Kaffeekirschen wachsen, zur Familie der Rotgewächse (Rubicacae) und innerhalb dieser Familie zur Gattung Coffea (Kaffee) mit derzeit 124 bekannten Arten. Von wirtschaftlicher Bedeutung sind momentan lediglich zwei Arten: Die Coffea Arabica („Arabica“) und die Coffea Canephora („Robusta“).

Es existieren durchaus auch andere Kaffee-Arten, die angebaut und getrunken werden, die aber wirtschaftlich unbedeutend sind. Coffea Arabica und Coffea Canephora sind durchaus zwei unterschiedliche Pflanzen. Der mutmaßlich aus Äthiopien stammende Arabica-Kaffee bevorzugt höhere und kühlere Lagen von 800-2.500 Meter und ist deutlich anfälliger für Krankheiten oder Temperaturschwankungen. Die Coffea Arabica bringt Kaffeebohnen hervor, die allgemein als feiner, akzentuierter und mit einer angenehmen Fruchtsäure beschrieben werden. Der Koffeingehalt liegt bei 1,1-1,7%.

Im Gegensatz dazu ist die Coffea Canephora, wie der umgangssprachliche Name auch zeigt, robuster. Die Pflanze stammt aus West- und Zentralafrika, wächst in deutlich niedrigeren Höhenlagen und ist widerstandsfähiger. Sie trägt mehr Früchte, die auch schneller reifen. Ihr Geschmack wird allerdings häufiger als bitter und herb beschrieben. Im Gegensatz zur Coffea Arabica besitzt sie einen deutlich höheren Koffeingehalt von 2-4,5%.

Anbau und Preis

Die bedeutenden Anbaugebiete für Arabica sind Südamerika und Afrika, alleine schon bedingt durch die notwendige Höhenlage. Robusta allerdings kann auch in niedrigeren Lagen gut in größeren Mengen angebaut werden. Dies ist auch der Grund, dass Vietnam das weltgrößte Anbauland für Robusta geworden ist, und in der Kaffeeproduktion insgesamt auf dem zweiten Platz hinter Brasilien liegt, noch vor allen afrikanischen und anderen südamerikanischen Ländern.

Kaffee ist einer der am meisten gehandelten Rohstoffe der Welt, und so wird häufig der Preis an den internationalen Rohstoffmärkten festgelegt. Bezeichnend ist hierbei, dass nur zwei Kontrakte gehandelt werden: Einer für Arabica-Kaffee und einer für Robusta. Individuellen Qualitätsabstufungen, Herkunftsländern oder Sorten wird herbei natürlich kein Raum mehr gelassen.

Immer mehr Kaffeeproduzenten - auch wir - gehen daher auf „direkten“ Handel ohne Umweg über die Börse über. Somit kann sich der Kaffeeproduzent für einzelne Sorten, Anbaugebiete und Herkunftsländer entscheiden und gezielt die gewünschte Qualität auswählen. Da Arabica-Kaffee international als der qualitativ hochwertigere Kaffee bezeichnet wird, liegt auch der Börsenpreis höher und als Anbauland mit Wahlmöglichkeit entscheidet man sich daher auch für den Anbau von Arabica.

Geschmack

Wie oben bereits erwähnt, besitzt Arabica-Kaffee eine höhere geschmackliche Komplexität im Vergleich zu Robusta Kaffee. Hierbei sollte man sich allerdings bewusst machen: Was bedeutet geschmackliche Komplexität für uns im Kaffee eigentlich?

Die meisten Menschen bevorzugen intensive, kräftige Aromen in Richtung Nuss, Schokolade, Karamell und schrecken vor Anzeichen von Säure oder Frucht eher zurück. Gerade die Säure ist aber einer der wesentlichen Eigenschaften des Arabica. In der Konsequenz werden die meisten Arabica-Kaffees, die hierzulande getrunken werden, dunkel geröstet um Frucht und Säure in den Hintergrund treten zu lassen.

Dabei ist eigentlich ein Robusta Kaffee geradezu prädestiniert, um ein solches Geschmackserlebnis hervorzurufen! Der Geschmack ist deutlich kräftiger und voller und gerade in Kombination mit Milch ist meistens der Robusta der Kaffee, der zu „Schokolade“ führt. Daher wird für viele Kaffees ein „Blend“ erstellt - eine Kombination aus verschiedenen Arabica- bzw. Robusta-Kaffees. Durch diese Kombination kann der Röster gewünschte Eigenschaften der Kaffees miteinander kombinieren oder verstärken.

Auch wir nutzen für unseren earlybird für Herdkännchen bzw. Vollautomaten-Espresso die Beigabe von Robusta-Kaffees, um das gewünschte Geschmacksprofil zu erhalten.

Was ist denn jetzt besser- Arabica oder Robusta?

Letztendlich gibt es keine klare Antwort auf die Frage, ob Arabica oder Robusta der bessere Kaffee ist. Letztendlich sind es zwei unterschiedliche Kaffees und einfach anders.

Je nachdem, welches Ziel man verfolgt, können beide Kaffee-Arten zu einem guten Ergebnis führen. Es ist richtig, dass Robusta-Kaffee, besonders in niedrigeren Qualitäts-Stufen, häufig eine schlechtere Qualität aufweist, als Arabica-Kaffee. Gerade Großröster verlangen häufig nach sehr günstigem Robusta, auch als Füllware für günstige Kaffees. Da sich Robusta leichter und einfacher produzieren lässt, wird daher eben häufig Robusta genutzt.

Die Aussage „Robusta ist qualitativ schlechter“ ist allerdings vergleichbar mit „Rotwein ist qualitativ schlechter als Weißwein“ - nicht haltbar. Gerade in den letzten Jahren haben sich immer mehr Produzenten dazu entschieden, qualitativ hochwertige Robusta-Kaffees anzubauen und immer mehr Röster fragen diese auch nach. So gibt es mittlerweile sensationell gute Espresso-Röstungen, die aus 100% Robusta bestehen und sowohl geschmacklich als auch preislich über Arabica-Kaffees liegen.

Auch die Robusta-Kaffees, die wir einsetzen, erfüllen immer das Qualitätsverständnis, das wir bei der Auswahl unserer Rohkaffees haben, und liegen preislich häufig sogar über den Arabica-Kaffees.

Probiert es doch einmal aus!

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