Espresso zu bitter

Espresso zu bitter - Die 8 häufigsten Gründe

Lesezeit ca. 8 mins
Autor*in
Lisa Eppelmann
Expertin für Kaffeefragen
Liebt Kaffee in Kombination mit beerigen Frühstücks-Bowls oder einem Stück selbst gebackenen Kuchen.
Inhalt
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    Kennst du das Gefühl? Du sitzt auf der Couch und denkst an deinen letzten Sommerurlaub in Bella Italia. Wie lecker war doch der herrliche Espresso am Mailänder Dom.

    Dieses Urlaubsfeeling - keine Termine, kein Stress - möchtest du mit einem Espresso aus deiner neuen Kaffeemaschine zurückholen.

    Und dann? Der Espresso schmeckt bitter - überhaupt nicht so wie in Italien. Du fragst dich, woran das liegt?

    Wir haben gute Nachrichten für dich: Mit ein paar kleinen Handgriffen kannst du dafür sorgen, dass dein Espresso wie aus dem Café in Italien schmeckt - und das ganz ohne Ausbildung zum Barista.

    Espresso schmeckt bitter - Woran liegt´s?

    1. Zu feiner Mahlgrad
    2. Zu viel Kaffeepulver
    3. Zu dunkel geröstete Kaffeebohne
    4. Zu hohe Brühtemperatur
    5. Zu hoher Brühdruck
    6. Zu hartes Wasser
    7. Die Durchlaufzeit ist zu lange
    8. Das Kaffeemischung passt nicht

    Puh..das ging jetzt ganz schön schnell, oder? Keine Angst, wir gehen noch ins Detail. In diesem Artikel zeigen wir dir die häufigsten Gründe für bitteren Espresso und geben dir die wichtigsten Tipps wie dein Espresso zum puren Genuss wird.

    Hier ein Lesetipp, wenn du auch beim Camping auf gekochten Kaffee nicht verzichten möchtest.

    Aber zunächst das Wichtigste in Kürze: 

    • Bitterstoffe im Espresso sind normal, nur wenn das Verhältnis kippt und er zu bitter wird, ist das nicht ideal.
    • Mehrere Ursachen können dafür verantwortlich sein, warum dein Espresso zu bitter schmeckt. Mit unseren Tipps lässt sich das aber ganz einfach lösen - keine Sorge!
    • Wichtige Grundregel: Immer nur eine Ursache pro Zubereitung angehen. So kannst du direkt überprüfen, ob es daran lag oder nicht.

    Wenn dir dein Kaffee zu bitter sein sollte, empfehlen wir dir, mal in unseren Blog-Artikel zum Thema Kaffee schmeckt bitter zu schauen. Hier verraten wir dir 6 Tipps, mit denen sich bitterer Kaffee vermeiden lässt.

    Espresso zu bitter: Erste-Hilfe-Anleitung

    Erste-Hilfe-Anleitung für schnelle Hilfe (alle Tipps erklären wir dir weiter unten im Detail)

    Erste Hilfe Anleitung wenn der Espresso zu bitter schmeckt

    Zu feiner Mahlgrad

    Der Mahlgrad ist ein Faktor, der oft unterschätzt wird. Wenn er falsch eingestellt ist, führt das schnell dazu, dass der Espresso zu bitter schmeckt.

    Ist das Kaffeepulver zu fein, kann das Wasser nur langsam durch den Siebträger oder Mokkapot laufen. Die Kontaktzeit zwischen Wasser und Pulver ist dann zu lang und es werden ungewollte Bitterstoffe herausgelöst. Das führt letzten Endes dazu, dass der Espresso bitter wird.

    Du bereitest deinen Espresso mit der Siebträgermaschine zu? Bei einer optimalen Einstellung braucht der Espresso ca. 25-30 Sekunden, bis er die Siebträgermaschine durchlaufen hat - das mal so als Richtwert.

    Expertentipp:
    Je feiner der Mahlgrad eingestellt ist, desto bitterer wird der Espresso. Das Problem ist aber einfach lösbar, indem du den Mahlgrad etwas gröber einstellst.
    Und wenn du wirklich alles aus deinem Espresso rausholen möchtest, haben wir noch einen Bonus-Tipp für dich: das Kaffeearoma entfaltet sich am besten, wenn du deinen Kaffee frisch mahlst - probier´s doch einfach mal aus!

    Zu viel Kaffeepulver

    Wir verstehen, dass es verlockend ist, besonders viel Kaffeepulver für einen aromatischen Espresso zu verwenden. Doch wir können dir versichern: mehr heißt nicht immer gleich besser.

    Gerade bei der Espressozubereitung solltest du auf eine ausgewogene Menge achten. Denn sonst entsteht ganz schnell ein ähnliches Problem wie beim Mahlgrad. Dadurch, dass das Wasser mit zu viel Pulver in Kontakt kommt, stimmt das Verhältnis nicht und Bitterstoffe werden freigesetzt.

    Experten-Tipp:
    Sollte dein Espresso bitter schmecken, empfehlen wir dir die verwendete Menge an Kaffeepulver zu überprüfen. Als ersten Richtwert kannst du dich hier an einem Verhältnis von 2:1 (Wasser:Kaffee) orientieren.
    Je nach deinen persönlichen Vorlieben kannst du dann Tasse für Tasse das Verhältnis etwas verändern und dich so an deinen perfekten Espresso herantasten.

    perfekter Espresso

    Zu dunkle Röstung

    Einen Faktor, den du nach dem Kauf nicht mehr gut selbst beeinflussen kannst, ist die Röstung der Kaffeebohnen.

    Von daher: Obacht bei deinem nächsten Kaffeekauf! Wenn die Kaffeebohnen für deinen Espresso eine sehr dunkle Röstung aufweisen, wird der Espresso bitter.

    Eine sehr dunkle Röstung kann dann entstehen, wenn die Kaffeebohnen zu lange und/oder zu heiß geröstet wurden. Dem Thema Kaffeeröstung haben wir aber einen extra Artikel gewidmet. Schau gern einfach mal rein, wenn dich das Thema genauer interessiert!

    Damit das Problem des bitteren Espressos gar nicht erst entsteht, raten wir dir zu hochwertigen Bohnen, die schonend im Langzeit-Trommelröstverfahren geröstet wurden - so wie all unsere earlybird Kaffees.

    So können die Kaffeebohnen nicht nur ihr Aroma besser entfalten, sondern auch Bitterstoffe und Säuren besser abbauen.

    Unser earlybird Espresso im Vergleich mit dem meistens Supermarkt-Kaffees deutlich heller geröstet und schmeckt daher fast immer weniger bitter und dennoch sehr aromatisch. 

    Zu hohe Brühtemperatur

    Hast du gewusst? Auch zu heißes Wasser lässt dein Espresso bitter werden und er verliert zusätzlich auch noch an Aroma.

    Die eiserne Espresso-Regel lautet: Espresso wird nicht gekocht, sondern gebrüht. Deshalb solltest du bei der Zubereitung unbedingt auf die Temperatur deines Wassers achten.

    Experten-Tipp:
    Die ideale Brühtemperatur für deinen Espresso liegt bei 88-94 Grad. Alles was darüber liegt, macht den Espresso bitter oder lässt ihn verbrannt schmecken.
    Dein Wasserkocher hat keine Temperaturanzeige? Kein Problem! Lasse das aufgekochte Wasser einfach ungefähr eine Minute stehen, um die ideale Temperatur zu erreichen.

    Zu hoher Brühdruck

    Wenn du deinen Espresso mit einer Siebträgermaschine zubereitet, kann auch ein zu hoher Druck dafür verantwortlich sein, dass dein Espresso bitter schmeckt.

    Wenn es möglich ist, den Druck bei deiner Siebträgermaschine einzustellen, empfehlen wir dir, den Druck nicht über 10 bar einzustellen.

    Zu hartes Wasser

    Auch wenn du hier wenig tun kannst, aber auch die Wasserhärte kann den Geschmack deines Espressos beeinflussen. Je härter das Wasser, desto bitterer wird er. Hier kann ein einfacher Wasserfilter Abhilfe schaffen. Er sorgt nicht nur für weicheres Wasser, sondern auch für einen weniger bitteren Espresso.

    Die Durchlaufzeit ist zu lange

    Wenn das Wasser zu lange im Kontakt mit dem Kaffeepulver steht, ist die Durchlaufzeit zu lange eingestellt. Dadurch passiert es, dass der Espresso überextrahiert. Kaffee-Expert:innen sprechen hier dann auch von der sogenannten Extraktionszeit.

    Eine zu lange Extraktionszeit beim Espresso kochen lässt den Espresso bitter werden. Die Extraktionsrate kann man mit einem Refraktometer messen. Aber mal ehrlich – wer hat sowas schon zuhause?

    Die Durchlaufzeit deines Espressos lässt sich deshalb leichter durch den Mahlgrad und die Kaffeemenge beeinflussen. Worauf du dabei achten solltest, haben wir bereits weiter oben erklärt.

    Beides wirkt sich auf die Durchlaufzeit aus. Wenn du die beiden Faktoren veränderst, kann die Kontaktzeit mit dem Pulver verringert werden. Und voilà, dein Espresso ist im Idealfall weniger bitter.

    Experten-Tipp:
    Eine Überextraktion kannst du auch an der Farbe des Espressos erkennen. Beim Durchlaufen wird er von Sekunde zu Sekunde immer heller. Sobald der Espresso die sogenannte „Blondphase“ erreicht, also heller, genauer gesagt ockerfarben wird, stoppe den Vorgang. Genau dann beginnt nämlich die Phase, in der die bitteren Aromen aus der Kaffeebohne extrahiert werden.

    Frischer Espresso in einer weißen Tasse

    Die Kaffeemischung passt nicht

    Wenn alle vorherigen Tipps noch nicht geholfen haben, solltest du dir das Mischungsverhältnis deiner Kaffeebohnen mal genauer anschauen.

    Robusta Bohnen schmecken oftmals bitterer als Arabica Bohnen, da diese mehr Bitterstoffe aufweisen. Wenn der Anteil der beiden nicht ausgeglichen ist, kann auch das der Auslöser für den bitteren Geschmack deines Espressos sein.

    Unser earlybird Espresso hat einen Anteil von 70% Arabica Bohnen und 30% Robusta Bohnen – für uns die ideale Mischung.

    Fazit

    Wie du siehst, gibt es viele Stellschrauben, die den Geschmack deines Espressos beeinflussen können. Also gib nicht auf, wenn dieser bei den ersten Malen noch zu bitter schmeckt.

    Wir sind überzeugt: Mit ein wenig Geduld und den richtigen Handgriffen schmeckt dein Espresso nicht mehr bitter, sondern genau so, wie du ihn in deinem italienischen Lieblingscafé erwartest.


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